Weinanbaugebiete in Argentinien
Mendoza
Mendoza ist die größte und auch wichtigste Weinbauregion Argentiniens.
Mit 152.926 Hektar (Stand 2005) entfallen allein auf die Provinz Mendoza etwas
mehr als 70 Prozent der argentinischen Weinerzeugung.
Der größte Teil der Provinz ist von einer Trockensteppe, dem Monte,
bedeckt, der teilweise durch Sandwüsten unterbrochen wird. Die größte
Sandwüste findet sich im Departamento Lavalle im Nordosten der Provinz.
Es gibt drei große Oasen: die nördliche rund um die Provinzhauptstadt
Mendoza, eine mittlere um die Städte San Rafael und General Alvear und
eine südliche rund um Malargüe. Der Westteil der Provinz wird von
den Anden bestimmt, die hier ihre höchste Erhebung, den Aconcagua, aufweisen.
Besonders das Klima und die Böden haben der argentinischen Weinanbauregion
Mendoza zum Erfolg verholfen. Das Klima ist in der gesamten Provinz Mendoza
trocken, sonnig und kontinental, mit warmen Sommern und relativ kalten Wintern
sowie starken Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht. Das kontinentale
Klima fällt aufgrund der geographischen Lage in der Nähe des 33. Breitengrades
eher moderat aus. Trotz klar definierter Jahreszeiten sind die Differenzen zwischen
Sommer und Winter nicht extrem.
Die Sonne scheint an fast 300 Tagen im Jahr. Die jährliche Niederschlagsmenge
liegt zwischen 100 und 350 Millimetern. Der Regen fällt meist in den Sommermonaten.
Der Hagel im Frühsommer stellt die einzige nennenswerte Einschränkung
für den Wein dar. Schäden durch Frost werden selten vermeldet, können
aber wie im Jahr 1992 zu Ernteausfällen in der Größenordnung
von 25 bis 35 Prozent führen. Das fehlende Wasser wird durch die Flüsse
Río Atuel, Río Diamante und Río Tunuyan aus den Anden in
die Ebene transportiert. Das Wasser steht insbesondere während der Wachstumsperiode
nach der Gletscherschmelze reichlich zur Verfügung. In neuerer Zeit werden
die Kanäle durch über 17.000 Tiefbrunnen unterstützend gespeist.
Aus 60 bis 120 m Tiefe können in Spitzenzeiten bis zu 250 Kubikmeter je
Stunde Wasser gefördert werden.
Die Weinbaugebiete in Mendoza befinden sich aus Bewässerungsgründen
stets in der Nähe größerer Flüsse.
Die Weinberge liegen im Durchschnitt auf einer Höhe von 500 bis 800 m ü.
NN, in seltenen Fällen auch bis auf 1200 m ü. NN.
Am Beispiel Mendozas lässt sich eindrucksvoll Aufstieg und Verfall des
argentinischen Weinbaus dokumentieren. Die Rebflächen hatten im Jahr 1980
mit fast 255.000 Hektar ihre bis heute größte Ausdehnung. Durch die
massive Rodung der Rebsorte Criolla Grande ging die Fläche bis auf 141.000
Hektar im Jahr 2000 zurück. Durch den Erfolg der Qualitätsoffensive
durch die argentinische Regierung mit der damit einhergehenden Eröffnung
des Exportmarkts erholte sich der Weinbau allmählich. Die Fläche legte
in den letzten fünf Jahren um acht Prozent zu. Insbesondere wurde in die
Anpflanzung der Rebsorte Malbec investiert, glücklicherweise, denn der
argentinische Wein aus der Sorte Malbec wird mittlerweile international sehr
geschätzt.